Still und leise verschwindet am Dobratsch eine legendäre Hütte: Die Ottohütte, die zuletzt unter dem Namen „Kelag Hütte“ firmierte, wird von den Bundesforsten gerade abgerissen.

Im Gespräch bestätigen die Bundesforste den Abriss der Hütte. Dieser findet in der Kalenderwoche 37 bzw. am Wochenbeginn der Kalenderwoche 38 statt. „Der Abriss war lange geplant, er gehörte zu einem Projekt in Rahmen dessen auch zwei weitere Hütten im Bereich Bad Bleiberg abgetragen wurden“, erklären die Bundesforste. Grund: Baufälligkeit.

Raum für Natur
Viele Villacher verbinden mit der Ottohütte nostalgische Erinnerungen. Einst führte die Lifttrasse direkt an der Hütte vorbei, mit dem Ende der Skilifte am Dobratsch, geriet auch die Ottohütte in Vergessenheit. „Die Hütte ist schon lange nicht mehr bewirtschaftet worden. An Ort und Stelle wird keine neue Hütte errichtet, sondern der Natur freier Raum gelassen“, so ein Sprecher der Bundesforste weiter.

Vielfältige Geschichte
Ursprünglich diente die Ottohütte als Halterhütte für Bauern aus den Oberdörfern. Der Besitzer wechselte mehrfach: Von der BBU über einen Privatbesitzer, bis hin zur Kelag und Unilever. Das Pharmaunternehmen verkaufte dann an den letzten Besitzer, die Bundesforste. Ebenso entwickelte sich die Hütte über die Jahre. Auf alten Ansichten aus dem Jahr 1902 ist noch die ursprüngliche Halterhütte, bedeckt mit Schindeln zu sehen. Ihre Blüte erlebte die Ottohütte sicher ab jener Zeit, ab der sie von einer Villacher Familie privat umgebaut wurde. Aus der ehemals einfachen Halterunterkunft, entwickelte sich ein stolzes, mehrgeschoßiges Bauwerk mit Blechdach und Strom. Aus bautechnicshen Gründen kann man den Abriss wohl nachvollziehen. Bei vielen Dobratsch-Fans wird jedoch einiges an Wehmut mitschwimmen, wenn sie diese Zeilen lesen.

 

©Foto: Mosser. Das Bild wurde zwischen 1931 und 1956 aufgenommen